Paket-SMS Betrug: So erkennst du gefälschte Nachrichten von DHL, Hermes & Co.
„Ihr Paket wartet, bitte Zollgebühr zahlen“: Gefälschte Paket-SMS gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen in Deutschland. So erkennst du sie – und das tust du, wenn du schon geklickt hast.
Du erwartest ein Paket, und prompt kommt eine SMS: „Ihre Sendung konnte nicht zugestellt werden. Bitte bestätigen Sie Ihre Adresse.“ Genau dieses Timing macht die Masche so erfolgreich – irgendwer wartet immer gerade auf eine Lieferung. Hinter dem Link steckt jedoch kein Paketdienst, sondern eine gefälschte Seite, die Kartendaten oder Zugangsdaten abgreift.
Die wichtigste Regel
Paketdienste verlangen keine Gebühren über einen Link in einer SMS. Öffne im Zweifel die offizielle App oder tippe die Sendungsnummer selbst auf der Seite des Paketdienstes ein.
Typische Texte gefälschter Paket-SMS
- „Ihr Paket wird zurückgesendet. Bitte zahlen Sie die ausstehende Gebühr von 1,99 €.“
- „Zustellung fehlgeschlagen: Adresse unvollständig. Jetzt bestätigen.“
- „Ihr Paket liegt beim Zoll. Zollgebühr von 2,50 € fällig.“
- „Letzte Erinnerung: Ihr Paket wird in 24 Stunden vernichtet.“
- „Ihr Paket ist unterwegs. Verfolgen Sie es hier: [Link]“ – oft mit der Aufforderung, eine App zu installieren
Die Beträge sind absichtlich klein. Bei 1,99 € überlegt kaum jemand lange – doch auf der gefälschten Seite gibst du deine vollständigen Kartendaten ein. Die werden anschließend für deutlich größere Abbuchungen genutzt oder für ein teures Abo missbraucht.
Woran du eine gefälschte Paket-SMS erkennst
Die Adresse im Link stimmt nicht
Echte Sendungsverfolgung findest du nur auf den offiziellen Domains, zum Beispiel dhl.de, hermesworld.com, dpd.de, gls-pakete.de oder ups.com. Gefälschte Links sehen ähnlich aus, haben aber eine andere Domain: dhl-zustellung-info.com, hermes-paket.top oder dpd.de-sendung.net (die echte Domain ist hier de-sendung.net). Wie du die echte Domain in einem Link findest, erklären wir ausführlich im Beitrag Link prüfen.
Du wirst zum Bezahlen aufgefordert
Zollgebühren für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern gibt es tatsächlich – sie werden aber bei der Zustellung bezahlt oder vom Paketdienst über dessen offizielle Seite angefordert, nicht über einen anonymen SMS-Link mit Kreditkartenformular.
Absender und Anrede passen nicht
Die SMS kommt von einer gewöhnlichen Handynummer, oft mit ausländischer Vorwahl, und spricht dich nicht mit Namen an. Sie enthält keine echte Sendungsnummer, die du in der App des Paketdienstes wiederfindest.
Du sollst eine App installieren
Besonders gefährlich sind SMS, die dich zur Installation einer „Tracking-App“ auffordern. Dahinter steckt oft Schadsoftware, die weitere SMS in deinem Namen verschickt oder Bankdaten mitliest. Apps installierst du nur aus dem offiziellen App Store oder Google Play Store.
Unsicher? Seite prüfen, ohne sie zu öffnen
Kopiere den Link aus der SMS (lange drücken → „Link kopieren“) und füge ihn in unseren Website-Sicherheitscheck ein. Er zeigt dir, ob die Seite auf Phishing-Warnlisten steht, wie alt die Domain ist und ob sie den Namen eines Paketdienstes missbraucht.
Echt oder Fälschung?
Du bekommst eine SMS: „DHL: Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Neue Zustellung: dhl.de-paket-zustellung.com“. Was tust du?
Schon geklickt oder bezahlt? Das tust du jetzt
- Kartendaten eingegeben: Bank sofort anrufen oder Karte über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen.
- Abbuchung bereits erfolgt: Bank um Rückbuchung (Chargeback) bitten und Kontoauszüge in den nächsten Wochen genau prüfen.
- Passwort eingegeben: Passwort sofort ändern – auch bei allen anderen Diensten, wo du es nutzt.
- App installiert: Handy in den Flugmodus schalten, App deinstallieren und im Zweifel den Mobilfunkanbieter informieren, damit keine teuren SMS verschickt werden.
- Anzeige bei der Polizei erstatten – in den meisten Bundesländern geht das online über die Onlinewache.
Nur auf den Link getippt, aber nichts eingegeben? Dann ist meist nichts passiert. Schließe die Seite, lösche die SMS und blockiere den Absender.
SMS melden
Leite die Betrugs-SMS an die Verbraucherzentrale weiter oder melde sie bei der Bundesnetzagentur. Viele Smartphones bieten außerdem direkt in der Nachrichten-App die Funktion „Als Spam melden“.
Möchtest du mehr lernen?
Zu diesem Thema haben wir eine ausführliche Lektion mit interaktiven Übungen erstellt.
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