Link prüfen: So erkennst du gefährliche Links, bevor du klickst
Paket-SMS, Bank-Warnung, WhatsApp-Video: Hinter vielen Links stecken Phishing-Seiten. Mit diesen 5 Schritten kannst du jeden Link prüfen, ohne ihn zu öffnen.
„Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden“, „Ihr Konto wurde gesperrt“, „Hier sind die Fotos von gestern“ – fast jeder bekommt solche Nachrichten mit einem Link darin. Ein einziger Klick kann reichen, um auf einer gefälschten Seite Passwörter oder Kontodaten preiszugeben. Die gute Nachricht: Mit ein paar Handgriffen kannst du jeden Link prüfen, bevor du ihn öffnest.
Kurz und knapp
Lies die Domain im Link genau, öffne verdächtige Links nicht direkt, sondern prüfe die Seite vorher mit unserem kostenlosen Check – und tippe die Adresse von Bank, Paketdienst oder Shop im Zweifel selbst ein.
Warum gefährliche Links so schwer zu erkennen sind
Betrüger kopieren das Aussehen echter Seiten bis ins Detail: Logo, Farben, Anmeldemaske. Der einzige Unterschied steckt oft in der Adresse. Statt dhl.de steht dort dhl-paket-zustellung.info, statt paypal.com ein paypal-sicherheit-login.com. Auf dem kleinen Handybildschirm fällt das kaum auf – genau darauf setzen die Täter.
Dazu kommt Zeitdruck: Ein Paket wird angeblich zurückgeschickt, ein Konto gesperrt, ein Gewinn verfällt. Wer unter Druck steht, klickt schneller und schaut weniger genau hin.
Link prüfen in 5 Schritten
1. Die echte Domain finden
Entscheidend ist immer der Teil direkt vor der Endung (.de, .com, .info) und vor dem ersten einzelnen Schrägstrich. Bei https://www.sparkasse.de/login ist das sparkasse.de – echt. Bei https://sparkasse.de.konto-check.com/login ist es konto-check.com – eine fremde Seite, auch wenn „sparkasse.de“ vorne steht.
- Echt: www.amazon.de/bestellungen
- Fälschung: amazon.de-bestellung.shop/login (Domain ist de-bestellung.shop)
- Fälschung: arnazon.de (rn statt m)
- Fälschung: paypal.com.sicherheit-check.net (Domain ist sicherheit-check.net)
2. Das Linkziel ansehen, ohne zu klicken
Am Computer zeigt dir der Browser unten links die echte Adresse, wenn du mit der Maus über einen Link fährst. Auf dem Smartphone hältst du den Finger länger auf den Link gedrückt – dann erscheint eine Vorschau mit der Adresse, ohne dass die Seite geöffnet wird. Der angezeigte Linktext kann nämlich etwas ganz anderes sagen als das tatsächliche Ziel.
3. Die Seite prüfen, ohne sie zu öffnen
Kopiere den Link (lange drücken → „Link kopieren“) und füge ihn in unseren Website-Sicherheitscheck ein. Der Check verrät dir in Sekunden, ob die Seite auf Warnlisten für Phishing und Schadsoftware steht, wie alt die Domain ist, ob sie bekannte Markennamen wie PayPal oder DHL missbraucht und ob es ein Impressum gibt. Du musst die verdächtige Seite dafür selbst nicht aufrufen.
Junge Domains sind ein Alarmzeichen
Phishing-Seiten und Fake-Shops existieren oft nur wenige Tage, bevor sie gesperrt werden. Ist eine Domain erst vor kurzem registriert worden und gibt sich trotzdem als Bank oder Paketdienst aus, solltest du sie auf keinen Fall öffnen.
4. Kurzlinks auflösen
Links wie bit.ly/3xYz oder tinyurl.com/abc verraten ihr Ziel nicht. Seriöse Unternehmen verschicken in SMS fast nie Kurzlinks, die zu einer Anmeldeseite führen. Erhältst du so einen Link unerwartet, lösche die Nachricht. Musst du ihn doch öffnen, löse ihn vorher mit einem Dienst wie unshorten.it auf und prüfe die Zieladresse.
5. Den Absender gegenprüfen – über einen anderen Weg
Kommt die Nachricht angeblich von deiner Bank, deinem Paketdienst oder einem Bekannten, frage auf einem anderen Weg nach: App des Anbieters öffnen, die bekannte Telefonnummer wählen oder die Adresse selbst in den Browser tippen. Antworte nie über die Kontaktdaten aus der verdächtigen Nachricht.
Teste dich selbst: Sicher oder gefährlich?
Im folgenden Spiel siehst du echte und gefälschte Adressen. Erkennst du, welche Links du bedenkenlos öffnen kannst?
Ist diese URL sicher?
https://www.deutsche-bank.de/online-banking
Die häufigsten gefährlichen Links im Alltag
„Ihre Sendung wartet, bitte Zollgebühr von 1,99 € zahlen.“ Der Link führt auf eine nachgebaute Paketdienst-Seite, die Kreditkartendaten abgreift. DHL, Hermes und DPD verlangen Gebühren nicht per SMS-Link.
„Ihr Konto wurde eingeschränkt, bitte bestätigen Sie Ihre Daten.“ Banken fordern dich nie per Link auf, PIN, TAN oder Passwort einzugeben. Öffne stattdessen die Banking-App oder tippe die Adresse selbst ein.
„Bist du das auf dem Video?“ mit einem Link – oft von einem gehackten Konto verschickt. Frage die Person per Anruf, bevor du klickst.
„Glückwunsch, du hast ein iPhone gewonnen!“ Der Link sammelt Adressdaten oder schließt ein teures Abo ab. Echte Gewinne kosten keine Gebühr und erfordern keine Kartendaten.
Werbung für Markenware zu 70 % Rabatt führt oft zu Fake-Shops. Bevor du bestellst, solltest du die Seite mit unserem Website-Sicherheitscheck prüfen – besonders, wenn nur Vorkasse angeboten wird.
Schon geklickt? Das solltest du jetzt tun
Nur ein Klick auf einen Link ist meist noch kein Schaden – kritisch wird es, wenn du Daten eingegeben oder eine Datei heruntergeladen hast. Dann handle sofort:
- Passwort ändern – auf der echten Seite und überall, wo du dasselbe Passwort nutzt.
- Bank- oder Kartendaten eingegeben? Bank sofort anrufen oder Karte über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen.
- Eine App oder Datei installiert? Gerät in den Flugmodus, App löschen und das Gerät mit einem Virenscanner prüfen.
- Kontoauszüge in den nächsten Wochen genau kontrollieren.
- Anzeige bei der Polizei erstatten – in den meisten Bundesländern geht das online.
Die wichtigste Regel
Im Zweifel nicht klicken. Kein seriöses Unternehmen nimmt dir übel, wenn du die Adresse selbst eintippst oder kurz anrufst. Und wenn du wissen willst, ob eine Seite sicher ist: Seite prüfen dauert nur ein paar Sekunden.
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Zu diesem Thema haben wir eine ausführliche Lektion mit interaktiven Übungen erstellt.
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