Passwort gehackt – was tun? Die Soforthilfe in 7 Schritten
Dein Passwort ist in einem Datenleck aufgetaucht oder jemand hat sich in dein Konto eingeloggt? Mit diesen 7 Schritten sicherst du deine Konten – in der richtigen Reihenfolge.
Eine Warnung deines Browsers, eine Mail über eine Anmeldung aus einem fremden Land oder ein Treffer im Passwort-Leak-Check: Spätestens jetzt ist klar, dass ein Passwort in fremden Händen ist. Keine Panik – wenn du jetzt schnell und in der richtigen Reihenfolge handelst, lässt sich der Schaden fast immer begrenzen.
Die Reihenfolge ist entscheidend
Fang immer mit deinem E-Mail-Konto an. Wer dein Postfach kontrolliert, kann über „Passwort vergessen“ fast jedes andere Konto übernehmen – auch nachdem du dort das Passwort geändert hast.
Schritt 1: Ruhe bewahren und prüfen, was betroffen ist
Überlege, wo du das betroffene Passwort überall verwendest. Am schnellsten findest du das über die Passwortliste deines Browsers oder Passwort-Managers heraus. Ob weitere deiner Passwörter in Datenlecks stecken, kannst du anonym im Passwort-Leak-Check prüfen – dein Passwort verlässt dabei nie deinen Browser.
Schritt 2: E-Mail-Konto zuerst sichern
Melde dich bei deinem E-Mail-Anbieter an und ändere das Passwort. Kontrolliere danach drei Stellen, die Angreifer gerne verändern: die hinterlegte Telefonnummer und Ersatz-E-Mail-Adresse, automatische Weiterleitungen und Filterregeln, die Mails heimlich löschen oder verschieben. Wie du ein übernommenes Postfach zurückholst, liest du in unserem Beitrag E-Mail-Konto gehackt.
Schritt 3: Passwort überall ändern, wo du es nutzt
Geh die Liste aus Schritt 1 durch, wichtigste Konten zuerst: Online-Banking, PayPal, Amazon und andere Shops mit gespeicherter Zahlungsart, dann soziale Netzwerke. Jedes Konto bekommt ein neues, eigenes Passwort – nicht nur eine angehängte Ziffer, denn „Sommer2024!“ zu „Sommer2025!“ errät jedes Angriffsprogramm.
- Mindestens 12, besser 16 Zeichen
- Keine Namen, Geburtsdaten oder Wörter aus dem Wörterbuch
- Für jedes Konto ein anderes Passwort
- Am einfachsten: eine Passphrase aus 4–5 zufälligen Wörtern
Ein starkes Passwort mit Merkhilfe erstellt dir unser Passwort-Generator. Probier hier aus, wie sicher dein neues Passwort ist:
Tippe ein Passwort ein, um dessen Stärke zu testen.
Schritt 4: Fremde Geräte und Sitzungen abmelden
Ein neues Passwort wirft Angreifer nicht immer automatisch hinaus. Suche in den Sicherheitseinstellungen jedes betroffenen Kontos nach „Aktive Sitzungen“, „Angemeldete Geräte“ oder „Überall abmelden“ und beende alle Sitzungen, die du nicht kennst. Entferne außerdem unbekannte verknüpfte Apps.
Schritt 5: Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten
Mit einem zweiten Faktor – einem Code aus einer Authenticator-App oder per SMS – reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht mehr zum Anmelden. Aktiviere ihn mindestens bei E-Mail, Bank, PayPal und Amazon.
Du gibst dein Passwort ein
Wie gewohnt meldest du dich mit deinem Benutzernamen und Passwort an. Das ist der erste Schritt – aber noch nicht alles!
Schritt 6: Kontobewegungen im Blick behalten
Prüfe in den nächsten Wochen Kontoauszüge, Kreditkartenabrechnungen und Bestellungen. Fallen dir unbekannte Abbuchungen auf, ruf sofort deine Bank an. Karten sperrst du rund um die Uhr über den Sperr-Notruf 116 116.
Schritt 7: Dauerhaft vorbeugen
Ein Passwort-Manager erzeugt für jedes Konto ein eigenes starkes Passwort und merkt es sich für dich. Viele warnen außerdem automatisch, wenn eines davon in einem Datenleck auftaucht. Zwischendurch kannst du deine wichtigsten Passwörter jederzeit selbst prüfen, ob sie geleakt wurden.
Checkliste zum Abhaken
- Betroffene Konten ermitteln
- E-Mail-Passwort ändern, Telefonnummer, Weiterleitungen und Filter prüfen
- Passwort bei allen Konten ersetzen, die es nutzen
- Fremde Sitzungen und Geräte abmelden
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
- Konto- und Kartenbewegungen kontrollieren
- Passwort-Manager einrichten
Wurdest du erpresst oder ist Geld weg?
Dann erstatte zusätzlich Anzeige bei der Polizei – in den meisten Bundesländern geht das online über die Onlinewache. Mails, die behaupten, dich mit deinem alten Passwort „gefilmt“ zu haben, sind fast immer leere Drohungen: Die Absender kennen nur das Passwort aus einem alten Datenleck. Nicht zahlen.
Möchtest du mehr lernen?
Zu diesem Thema haben wir eine ausführliche Lektion mit interaktiven Übungen erstellt.
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